P.H. Mettler


Unkonventionelle Vita
Wie sich der Zukunftsforscher herausbildete
… diese Seite drucken.
 

In der Wiener Volksschule waren 44 Jungen aus 16 Ländern (6 hatten Deutsch als Muttersprache, 18 sprachen mehr als zwei Sprachen), ihr Hauptspaß war es, Wachsoldaten des russischen Ehrenmahl mit Steinen zu bewerfen, bis einer erschossen wurde.

« Etwas älter begann ich zu verstehen, daß Gegnerschaft gegen politische Regime das Leben kosten kann, warum nur mehr die halbe Familie existierte und warum so viele Verwandte irgendwo in der Welt lebten … verstehen, warum die Kunst des Reisens so früh erlernt wurde (Besuchsreisen) und warum das Überleben Dank einer phantastisch hilfsbereiten holländischen Familie möglich wurde … all das wurde erst viel später gelernt.

« Seinen Vater lernte er erst mit 14 kennen, als dieser nach 11 Jahren Gefangenschaft in Sibirien, entgegen allen Erwartungen, zurückkam; allerdings als ein anderer Mensch – wie alle, die Vergleichbares erleben mußten.

« Und er wurde zum transatlantischen, europäischen und insbesondere zum französisch–deutschen (Zukunfts-)forscher, da er weder je vergaß, daß er auf seiner ersten Reise nach Frankreich noch elf verschiedene Papiere benötigte, noch daß die USA den jungen Einwanderer, der schon vier Nationalitäten besessen hatte, gleich als Soldat nach Vietnam senden wollte.

« Er versucht intrakulturell und im Hinblick auf „Zukunftsfähigkeit“ zu arbeiten, so z.B. Frankreich–Deutschland, Europa–Ex-Sowjetunion oder Europa–Islamische Welt, etc.. Wissenschaftsbasierte, transdisziplinäre, sozial- und umwelt- verträglichkeitsorientierte Zukunftsforschung muß für ihn vor allem die folgenden Qualitäten haben:

  • Zukunftsforschung muß sich, ebenso wie Ökologie, Ökonomie, Politik, Technologie und Wissenschaft, etc. in die Dialektik zwischen lokal, regional und global nachhaltig einfinden;

  • Zukunftsforschung muß fragen: Welche Konfliktreduktionen bis -beseitigungen können nachhaltig wie zwischen welchen Dingen, Problemen oder Verhältnissen möglich werden? Man denke, beispielsweise, an die hohe Wahrscheinlichkeit, daß sich unsere Welt (bis etwa 2070) in nur 5 Blöcke aufteilen wird (China, Indien, ein muslimische Block, Süd-Ost-Asien unter japanischer Hegemonie und eine mögliche Transatlantische Union von Latein- und Nord- Amerika über Europa bis Wladiwostok) sowie an die möglichen Probleme der — hoffentlich friedlich-kooperativen — Beziehungen zwischen ihnen;

  • Zukunftsforschung muß von reise-, sprach- und kultur- erfahrenen Forschern (Medien lehren fast gar nichts) mit enzyklopädischem Wissen in so unterschiedlichen Bereichen wie Wirtschaft (Produktion), Natur-, Kultur-, Technik- und Geisteswissenschaften, aber auch Medizin und Esotherik, etc. unternommen werden. Sie muß weltfriedensorientiert und umwelt- und sozialverantwortlich sowie aufklärerisch und (selbst-) kritisch sein und methodisch auf der Linie „Partizipation als Entscheidungshilfe - PARDIZIPP - ein Verfahren der (Langfrist-)Planung und Zukunftsforschung“ (Peter H. Mettler und Thomas Baumgartner), Westdeutscher Verlag, Wiesbaden, 1997, liegen.
 

 

 

Netzwerk
Zukunftsforschung

PDF-Datei